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  • Mrs. W

Wird es schon Frühling?


Schon seit einigen Tagen stehen sie da in unserem Garten, haben die Köpfchen sogar bereits durch den letzten Schnee gestreckt der noch da lag und sich immer noch breit machen wollte. Diese allerliebsten und sehr zart wirkenden Wesen mit dem absolut passenden Namen: Kleines Schneeglöckchen oder wie wir sagen Schneeglöggli. Schon als Kind mochte ich diese ersten Blumen im Jahr, wie freute ich mich immer wenn ich die ersten Exemplare erblickte. Endlich ein Zeichen, dass der Frühling naht.

Der wissenschaftliche Name lautet: Galanthus nivalis. Sie gehören zur Familie der Amaryllisgewächse und sind leicht giftig. Das Gift (Alkaloide) befindet sich vor allem in der Zwiebel. Wahrscheinlich gerade deshalb war das Schneeglöckchen nie eine häufig verwendete Pflanze in der Volksmedizin. Manchmal gab es Empfeh-lungen für die Behandlung von Herzkrankheiten, aber ansonsten schätzte man das Blümchen vor allem als frühe Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge.

Vor ein paar Jahren hat sich dies aber etwas geändert, auf der Suche nach einem Mittel gegen Alzheimer entdeckte man den Inhaltsstoff Galanthamin der in der Zwiebel des Schneeglöckchens steckt. Man kann damit zwar keine bestehende Alzheimer Erkrankung rückgängig machen, aber die Schübe hinauszögern.

Sammeln in der Natur:

Das Kleine Schneeglöckchen wächst in feuchten Laub- und Mischwäldern an sumpfigen Stellen und Quellgebieten, in der Nähe von Bächen und Auen. Schneeglöckchen sind bei uns in einigen Kantonen geschützt und dort ist das Sammeln untersagt. Eine Ansiedlung an geeigneten Stellen im Garten ist aber möglich, entweder durch Aussaat oder Teilung der Zwiebel. Zur Auswahl steht die unfassbare Zahl von 800 verschiedenen Sorten.

Märchenhaftes:

Wie bei vielen anderen Pflanzen, existieren auch über das Schneeglöckchen Geschichten und Märchen, zwei davon möchte ich hier für Euch aufschreiben.

Als der liebe Gott die Welt erschaffen hatte und den ersten Schnee fallen lies, erfroren alle Blumen und keine einzige blieb übrig, um dem Schnee die Zeit zu vertreiben. Es wurde ihm bald langweilig und er fühlte sich einsam. Da pusteten die Geister des Waldes auf die Erde und ein Glockenblümchen wuchs heraus, das war ganz grün. Es verliebte sich auf den ersten Blick in den Schnee, der ja das Einzige war, was es in seinem Leben gesehen hatte. Und weil es ebenso schön sein wollte wie er, färbte es sein Glöckchen schneeweiss, damit jeder gleich wusste, dass sie zusammengehörten.


In einer anderen Geschichte wandert der Schnee von Blume zu Blume und bittet sie, ihm doch ein wenig von ihrer Farbe abzugeben. Aber nur das Schneeglöckchen hatte Mitleid und gab etwas davon ab, seitdem ist der Schnee weiss.

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